SIS.TM

Das SIS.TM-Projekt behandelte künstlerisch die Sozialisation
von Individuen im Internet.

Das Projekt dauerte von 2002 bis 2008.

Im Herbst 2010 erscheint eine Monografie, in der die Arbeiten
dieser Jahre dokumentiert sind.

Mehr Informationen zu SIS.TM auch unter:
http://www.sistm.info

Kontakt: art-office@gmx.ch


do you eat - SIS.TM Video Installation im Kaskadenkondensator Basel














SIS.TM - do you eat Video-Trailer.

eat takeout

ckeck out: http://www.vimeo.com/722349

ckeck out: http://www.youtube.com/watch?v=wJ5VlulL6p0




do you eat? Neue SIS.TM-Videos im Kasko

do you eat einladung

FUNNY SUBJECTS - Die SIS.TM-Premiere in Berlin

BERLIN Pics

Vernissage in der Galerie brot.und spiele am 12. Oktober 2007.

SIS.TM zeigt FUNNY SUBJECTS in Berlin

FS berlin 2

LEARN MORE Installation an der Geroldstrasse







LEARN MORE Installation an der Limmatstrasse








SIS.TM's LEARN MORE - Ungeheuerlichkeiten in spiessigen Intérieurs

Textauszug aus Kunstbulletin 9/2007

"Das neueste Projekt „LEARN MORE“ handelt von sexueller Verwahrlosung von Kindern und Jugendlichen durch Pornographie. Zu dieser Arbeit wurde SIS.TM durch Jugendliche inspiriert, die Pornos auf ihre Handys runterladen, oder Teenagervergewaltigungen, die mit der Handycam gefilmt werden, nicht zu vergessen das Drama um die Kinderporno-ringe.

Solche grenzüberschreitenden Verhaltensweisen, noch dazu in unabsehbarem Ausmass ist weit gehend dem Nachahmungseffekt zuzuschreiben, der durch das Internet gefördert wird. Denn nur schon die pure Menge an verfügbaren, intimsten und perversesten Bildern zeigt auf, wie gross das Problem ist und hierin scheint SIS.TM zufolge, der zentrale Tabubruch unserer Gesellschaft zu liegen. Wie jeder Surfer weiss, sind die Pornosites leicht zugänglich. Man/frau braucht nur die gängigen Suchmaschinen wie etwa yahoo anzuwählen, um unter „boys“ und „girls“ auf die deftigsten Porno-Sites zu stossen. Im Projekt „LEARN MORE“ geht es um die Protagonisten solcher Pornovideos, die blutjung sind und meistens aus dem Ostblock stammen; so Strassenkinder aus Russland, deren miserable ökonomische Situation skrupellos ausgenützt wird.

Auffallend ist, dass solche Pornoszenen in spiessigen Intérieurs gespielt, und die Mädchen erstaunlich adrett präsentiert werden, fast mit einem Touch von Vertrautheit. Damit wird eine Welt vorgegaukelt, die nicht existiert; knallharte Tatsache ist allerdings das dahinter steckende Milliardenbusiness.

„LEARN MORE“ besteht aus mobilen Aktionen, einem Videofilm, einer Website www.learnmore.ch mit Textcollagen aus den Pornosites und einer endlosen Abfolge von Webadressen sowie einer Grossinstallation mit digital paintings. Dies sind Porträts von jungen Pornodarstellern und –darstellerinnen, die während eines Monats auf der riesigen Plakatwand neben dem Freitag-Tower an der Geroldstrasse prangen. Just an dem Ort, an dem sich all die trendigen Discos befinden, die von dem Publikum frequentiert werden, das hier — als potentielle Opfer und Täter — angesprochen wird. Das Ganze ist mit einem scheinbar didaktischen Ansatz aufgebaut, was die Neugierde auf das Projekt wecken und Denkanstösse provozieren soll.

Aber auch Fragen nach der Auswirkung der weltweit verbreiteten Bilder von Sexualität, Gewalt und Exhibitionismus / Voyeurismus auf die Gesellschaft in zehn, zwanzig Jahren aufwerfen soll. Führt es zu einer nie da gewesenen Amoralität, Verrohung oder zu einem neuen religiösen, ethischen Fundamentalismus. Ist unsere (protestantische) Prüderie schuld daran, dass bei jeweiligen Medienberichten über die Aufhebung eines Kinderpornoringes oder über Jugendgewalttaten jeweils kurz aufgeschrien wird, um anschliessend verdrängt zu werden. Noch ratloser fühlt man sich angesichts der Szenen von Selbstverletzungen und Selbstverstümmelungen vor laufender Webcam, umso mehr, wenn man bedenkt, dass der Schritt von der Selbstverletzung zur Verletzung anderer nur ein geringfügiger ist; ja, der Tod im Hinblick auf die völlig enttabuisierten Bildwelten gar abstrakt zu werden droht.

Doch, was veranlasst diese Jugendlichen, sich solches anzutun, und warum zeigen sie es einer globalen Öffentlichkeit? Ist es die pure Lust an der Selbstdarstellung? Oder der letzte Hilfeschrei eines Verlorenen. Oder reiner Sadomasochismus? Ich für meinen Teil kann mir da nur mit der Diagnose des deutschen Weisheitslehrers Eckhart Tolle weiterhelfen. Die Gewalteskalationen auf unserem Planeten schreibt er unserem individuellen und kollektiven Schmerzkörper zu, einem „halb autonomen Energiesystem“, das regelmässig nach Nahrung verlangt, zum Beispiel in Form von gewalttätigen Filmen und Schreckensnachrichten. „In den Nachrichtenmedien einschliesslich des Fernsehens herrscht generell die Tendenz vor, negative Nachrichten zu verbreiten. Je schlimmer etwas ist, umso mehr begeistert sich der Berichterstatter, und diese Begeisterung am Negativen teilt sich häufig durch die Medien direkt mit. Nichts liebt der Schmerzkörper mehr.“

Dominique von Burg

SIS.TM Neue Bilder aus dem FLICKERING SUBJECTS Projekt

FS 143 / 2007 / Inkjet Print / 200x150cm
Video Takeout / FS 143 / 2007 / Inkjet Print / 200x150cm

FS 111 / 2007 / Inkjet Print / 200x150cm
Video Takeout / FS 111 / 2007 / Inkjet Print / 200x150cm

FS 113.1 / 2007 / Inkjet Print / 200x150cm>
Video Takeout / FS 113 / 2007 / Inkjet Print / 200x150cm

Video Takeout / FS 115 / 2007 / Inkjet Print / 200x150cm
Video Takeout / FS 115 / 2007 / Inkjet Print / 200x150cm

Video Takeout / FS 115 / 2007 / Inkjet Print / 200x150cm
Video Takeout / FS 131 / 2007 / Inkjet Print / 200x150cm
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